Wer einen Kita-Gruppenraum betritt, hört sofort, ob die Raumakustik stimmt. In einem gut gedämpften Raum treten Kinderstimmen, Stühlerücken und Spielgeräusche in den Hintergrund. In einem halligen Raum schaukeln sich dieselben Geräusche zu einem Dauerlärm auf. Entscheidend ist die Nachhallzeit. Sie beschreibt die Zeitspanne, in der der Schalldruckpegel nach dem Ende einer Schallanregung um 60 dB abfällt.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie die Nachhallzeit Lautstärke und Sprachverständlichkeit beeinflusst. Er erklärt, was DIN 18041 und ASR A3.7 für den Schallschutz im Kindergarten vorgeben und wie Sie die Nachhallzeit messen lassen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie geeignete Absorber fachgerecht planen und im Raum verteilen.
Raumakustik in der Kita gezielt verbessern
- Lassen Sie die Nachhallzeit im Gruppenraum nach DIN EN ISO 3382-2 messen. So erhalten Sie belastbare Werte statt eines Höreindrucks.
- Bestimmen Sie die Soll-Nachhallzeit aus dem effektiven Raumvolumen nach DIN 18041 und ASR A3.7. Für Gruppenräume liegt sie je nach Volumen grob zwischen 0,4 und 0,55 s.
- Die Faustformel „ein Drittel der Grundfläche“ greift oft zu kurz. Lassen Sie die fehlende Absorberfläche aus Raumvolumen, Ausgangsnachhall und Absorptionsgrad berechnen.
- Wählen Sie Deckenabsorber, Akustiksegel und Akustikbilder passend zu Raum und Gebäudebestand. Verteilen Sie die Absorber gleichmäßig auf Decke und Wand.
- Ergänzen Sie die Raumakustik um organisatorische und pädagogische Maßnahmen wie Ruhezeichen, getrennte Bewegungs- und Ruhebereiche und gestaffelte Spielphasen.
- Berücksichtigen Sie als Träger die Lärmbelastung in der Gefährdungsbeurteilung. Sie liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers.
- Klären Sie vor der Beauftragung mit der zuständigen Stelle, ob Ihr Bundesland, Ihr Träger oder Ihre Kommune Akustikmaßnahmen als Teil einer Sanierung fördert.
Kita Schallschutz beginnt mit der Raumakustik: Warum Kinder und Fachkräfte profitieren
Beim Schallschutz in der Kita denken viele zuerst an dämmende Wände, Fenster und Türen. Im Alltag der Gruppenräume entscheidet jedoch vor allem, wie sich der Schall im Raum selbst verhält. Harte, schallreflektierende Oberflächen werfen jedes Geräusch immer wieder zurück. So entsteht ein dauerhaft erhöhter Pegel, den alle Anwesenden als anstrengend empfinden.
Von einer guten Raumakustik profitieren Kinder und Fachkräfte gleichermaßen. Kinder nehmen Sprache klarer auf und unterhalten sich entspannter. Fachkräfte müssen weniger gegen den Raum anreden und führen Gespräche, Angebote und Konfliktklärungen ruhiger. Für Sie als Leitung, Träger oder Planungsverantwortliche ist die Raumakustik damit eine zentrale Stellschraube für die Qualität der pädagogischen Arbeit. Maßgeblich sind die Nachhallzeiten nach ASR A3.7 und DIN 18041. Wirksam wird der Schallschutz im Kindergarten in der Regel erst durch eine Kombination aus bau- und raumakustischen, organisatorischen und pädagogischen Maßnahmen.
Wie zu lange Nachhallzeiten den Lärm im Gruppenraum verstärken
In einem Raum mit langer Nachhallzeit klingt der Schall nach dem Entstehen nur langsam ab. Jedes neue Geräusch trifft auf das Echo des vorherigen. Sind viele Kinder gleichzeitig aktiv, addieren sich diese Überlagerungen schnell zu einem hohen Grundpegel.
Darauf reagieren Menschen instinktiv: Sie sprechen lauter, um verstanden zu werden. Die anderen im Raum tun es ihnen gleich, und der Pegel steigt weiter. Eine kürzere Nachhallzeit unterbricht diesen Kreislauf an der Wurzel, weil weniger Schallenergie im Raum zurückbleibt.
Lautstärke und Stress im Kita-Alltag
Dauerhafter Lärm belastet Fachkräfte spürbar. Er raubt Konzentration, erschwert die Verständigung im Team und macht den Arbeitstag anstrengender. Für Träger ist Lärm außerdem ein Arbeitsschutzthema: Die Ermittlung gehört zur Gefährdungsbeurteilung nach § 3 der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung und liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers. Aktiv werden muss er, sobald die unteren Auslösewerte erreicht werden können. Das ist ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) der Fall.
Nach Angaben der Unfallkassen beginnt die Gefährdung des Gehörs bei Schallpegeln über 85 dB(A). Für Erzieherinnen und Erzieher besteht grundsätzlich keine Gefahr einer Lärmschwerhörigkeit, weil der über acht Stunden gemittelte Pegel in der Regel deutlich unter 85 dB(A) liegt. Kurzfristig werden in Kitas allerdings nicht selten Pegel über 80 dB(A) gemessen. Gehörschäden sind also die Ausnahme. Die Entlastung vom Dauerlärm bleibt trotzdem ein berechtigtes Ziel guter Raumakustik.
Sprachverständlichkeit und Sprachförderung der Kinder
Kinder lernen Sprache durch Zuhören. Sie sind stärker als Erwachsene darauf angewiesen, dass Laute, Silben und Wörter klar ankommen, denn sie können fehlende Informationen schlechter aus dem Zusammenhang ergänzen. Bei langem Nachhall verschwimmen vor allem die kurzen, leisen Konsonanten. Gesprochenes wird dadurch schwerer verständlich.
Die Norm berücksichtigt das: Gruppenräume und Räume für Sprachförderung ordnet die DIN 18041 der Raumgruppe A3 zu. Besteht ein erhöhter Anspruch an die Sprachverständlichkeit, gilt die strengere Raumgruppe A4. Erst eine gute Hörsamkeit sorgt dafür, dass Sprachförderung im Alltag auch ankommt.
Welche Anforderungen stellen DIN 18041 und ASR A3.7?
Die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ ist in der Ausgabe 2016-03 die maßgebliche Norm für die Raumakustik in Kindertageseinrichtungen. Ergänzend gibt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“ Sollwerte für Nachhallzeiten vor. Sie ist für die Kita als Arbeitsplatz verbindlich. Zusammen bilden beide Regelwerke den Kern der Vorschriften zum Schallschutz im Kindergarten.
Wichtig zu wissen: Einen festen Höchstwert für alle Gruppenräume gibt es nicht. Die Soll-Nachhallzeit wird aus dem effektiven Raumvolumen berechnet. Das ist fachlich sinnvoll, denn ein größerer Raum verträgt eine etwas längere Nachhallzeit als ein kleiner. Zusätzlich empfiehlt die ASR A3.7 für Gruppenräume einen Höchstwert des Hintergrundgeräuschpegels von 35 dB(A).
Soll-Nachhallzeit für Gruppenräume: Raumgruppe A3 und A4
Für die Raumgruppe A3 (Unterricht und Kommunikation) gilt im besetzten Zustand die Formel Tsoll = (0,32 × lg V/m³ − 0,17) s. Sie entspricht der Vorgabe der ASR A3.7. Für die Anforderung „Unterricht/Kommunikation inklusiv“ (A4) gilt Tsoll = (0,26 × lg V/m³ − 0,14) s. V steht dabei für das Raumvolumen in Kubikmetern. Die Werte beziehen sich auf die Oktavbänder von 250 Hz bis 2000 Hz, zulässig ist eine Toleranz von ±20 %. Den Sollwert können Sie für Räume in Kindertageseinrichtungen mit einem effektiven Raumvolumen zwischen 30 m³ und 1000 m³ berechnen.
Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Ein Gruppenraum mit 6 m × 7 m × 3 m kommt rechnerisch auf eine Nachhallzeit von rund 0,5 s. Für die inklusive Anforderung ergeben sich rund 0,4 s. Bei einem Gruppenraum mit 150 m³ liegt der Sollwert bei 0,53 s (A3) beziehungsweise 0,43 s (A4). Je nach Volumen bewegen sich die Werte für Gruppenräume damit grob zwischen 0,4 und 0,55 s.
Bewegungsräume und Spielflure: Anforderungen über das A/V-Verhältnis
Für Bewegungsräume, Mehrzweckräume und Spielflure arbeitet die DIN 18041 nicht mit einer festen Nachhallzeit. Sie gibt stattdessen Orientierungswerte für das A/V-Verhältnis vor. Das beschreibt das Verhältnis der äquivalenten Absorptionsfläche zum Raumvolumen. Bewegungsräume, Spielflure und Kinderrestaurants nennt die Norm als Beispiele für die Nutzungsart B5. Dafür gilt A/V ≥ 0,30 1/m.
Die Werte sind für Raumhöhen bis 2,50 m angegeben und sinken bei größeren Höhen. Bei 3 m Raumhöhe liegt der Wert für B5 bei 0,27 1/m. Gerade in diesen lebhaften Bereichen entscheidet die Menge an schallabsorbierender Fläche darüber, ob der Raum als angenehm oder als anstrengend erlebt wird.
Pflichten des Trägers und Gefährdungsbeurteilung Lärm
Für Sicherheit und Gesundheit in der Kita ist der Träger verantwortlich. Er trägt die Gesamtverantwortung für das Einrichten und das Betreiben der Arbeitsstätte. Beim Einrichten, also bei baulichen Maßnahmen und Ausstattung, sollte ein Fachverantwortlicher des Trägers die Beurteilung vornehmen. Das Betreiben, also die Organisation des Kita-Alltags, leisten Leitung und pädagogisches Team. Die Leitung sorgt gemeinsam mit dem Träger für die Arbeitsschutzorganisation und führt die Gefährdungsbeurteilung anteilig durch. Rechtlich ist die Erstellung Aufgabe des Arbeitgebers. Die Lärmbelastung im Kita-Alltag gehört zu den Elementen dieser Gefährdungsbeurteilung.
Die Pflicht zur Beurteilung besteht unabhängig von der Zahl der Beschäftigten. Nur wenn sicher ausgeschlossen werden kann, dass die Auslösewerte erreicht werden, muss der Arbeitgeber nicht aktiv werden.
Stellt eine Prüfung einen Mangel fest, setzt die zuständige Stelle in der Regel eine im Einzelfall angemessene Frist zur Beseitigung. Eine gesetzlich fest definierte Zeitspanne gibt es nicht. Nur bei Gefahr im Verzug sind sofort vollziehbare Anordnungen möglich.
Nachhallzeit messen: Verfahren nach DIN EN ISO 3382-2
Ob ein Raum die Sollwerte einhält, zeigt erst die Messung. Die DIN EN ISO 3382-2 beschreibt, wie die Nachhallzeit in gewöhnlichen Räumen gemessen und dokumentiert wird. Sie legt Anforderungen an Schallquelle, Mikrofon, Auswertung und Mindestanzahl der Messpunkte fest. Die Messung zeigt, wie lange ein fertiger Raum tatsächlich nachhallt, und zwar je Oktavband von 125 bis 4000 Hz.
Gemessen wird an mehreren Mikrofon- und Quellpositionen. So entsteht ein repräsentatives Mittel über den ganzen Raum und nicht der Wert einer zufällig gewählten Ecke. Eine professionelle Akustikmessung schafft damit eine belastbare Grundlage für die weitere Planung.

Impulsquelle oder abgeschaltetes Rauschen: Welche Messverfahren gibt es?
Die Norm kennt zwei Verfahren. Beim abgeschalteten Rauschen (interrupted noise) regt ein Lautsprecher den Raum mit breitbandigem Rauschen an. Nach dem Abschalten wird der Pegelabfall aufgezeichnet. Bei der integrierten Impulsantwort berechnet man die Raumantwort dagegen aus einem definierten Anregungssignal.
Die Impulsantwort lässt sich auch direkt messen. Dazu dient eine Impulsquelle, die selbst nicht nachhallt und deren Spektrum den relevanten Frequenzbereich abdeckt. Ihr Spitzenschalldruckpegel muss den Beginn der Abklingkurve mindestens 35 dB über dem Störpegel im jeweiligen Frequenzband sicherstellen. Für T30 sind es 45 dB.
In der Praxis kommt häufig ein omnidirektionaler Dodekaeder-Lautsprecher zum Einsatz, der den Schall gleichmäßig in alle Richtungen abstrahlt. Dazu kommt ein Messmikrofon der Klasse 1. Üblich sind mindestens zwei Quellpositionen und sechs Quelle-Mikrofon-Kombinationen. Ausgewertet wird als T20 oder T30 je Oktavband.
Wann sich eine professionelle Messung lohnt
Eine professionelle Messung lohnt sich immer dann, wenn Sie belastbare Zahlen statt eines Höreindrucks brauchen. Das gilt etwa bei Bestandsgebäuden mit unbekanntem Ist-Zustand oder vor einer Sanierung, die auf einer soliden Planungsgrundlage beruhen soll. Auch wenn die Gefährdungsbeurteilung Fragen aufwirft oder Fachkräfte und Eltern über Lärm klagen, schafft die Messung Klarheit.
Nach der Umsetzung der Maßnahmen dokumentiert eine zweite Messung, ob die Zielnachhallzeit erreicht wurde. Akustikwerke verbindet Messung, akustische Berechnung und persönliche Beratung zu einem durchgängigen Ablauf. Auf Basis der Messwerte lässt sich die Lösung fachgerecht dimensionieren, statt sie nach Schätzung auszulegen.
Fachgerechte Planung: Vom Ist-Zustand zur Zielnachhallzeit
Eine wirksame Lösung folgt einem klaren Weg. Zuerst wird der Ist-Zustand erfasst, am besten durch Messung. Dann wird anhand des Raumvolumens die Zielnachhallzeit bestimmt. Aus dem Unterschied zwischen beiden Werten ergibt sich, wie viel zusätzliche Schallabsorption der Raum braucht. Erst danach wählt man Art, Menge und Position der Absorber.
Diese Reihenfolge verhindert zwei typische Fehler: zu wenig Absorberfläche, die den Raum kaum verändert, und eine Lösung, die gestalterisch nicht zum Gebäude passt. Akustikwerke begleitet Projekte von der Planung bis zur Montage und achtet dabei auf die akustische Wirksamkeit ebenso wie auf die Integration in die Architektur. Einen Überblick über Beratung, Berechnung und Umsetzung finden Sie unter unseren Leistungen.
Absorberfläche berechnen: Warum die Faustformel oft zu kurz greift
Die benötigte Absorberfläche lässt sich nicht einfach aus der Grundfläche ableiten. Sie ergibt sich aus Raumvolumen, Soll-Nachhallzeit und dem Absorptionsgrad des Materials. Eine Beispielrechnung für einen Kita-Gruppenraum zeigt das: Bei 8,0 × 6,5 × 3,0 m (52 m² Grundfläche, 156 m³) und einer Ausgangsnachhallzeit von 1,3 s hat der Raum rund 19,6 m² äquivalente Absorptionsfläche. Für die Zielnachhallzeit von 0,53 s wären 48,0 m² nötig. Es fehlen also 28,4 m².
Mit Material der Absorberklasse A und einem angenommenen Absorptionsgrad von 0,95 entsprechen die fehlenden 28,4 m² rund 30 m² Absorberfläche. Das sind etwa 55 bis 60 % der Grundfläche. Die verbreitete Faustformel, rund ein Drittel der Grundfläche mit Absorbern zu belegen, ergäbe in diesem Beispiel nur 17 m² und läge damit deutlich zu niedrig.
Die Zahlen gelten nur für dieses Beispiel und lassen sich nicht ungeprüft auf Ihren Raum übertragen. Deshalb gehören Messung, Berechnung und fachgerechte Dimensionierung zusammen.
Absorber sinnvoll im Raum verteilen
Neben der Menge zählt die Anordnung. Für die Positionierung der Schallabsorber empfiehlt sich eine gleichmäßige Verteilung an Wand- und Deckenflächen. Ein Wert von 0,6 s im unbesetzten Raum gilt für die meisten Gruppenräume als angemessen.
In der Praxis bildet die Decke meist die Basis, weil sie frei und für Kinder unerreichbar ist. Wandflächen ergänzen die Wirkung dort, wo sie sich gestalterisch anbieten, etwa in Spielbereichen oder Garderoben. Am Ende soll der Raum messbar besser klingen und zugleich harmonisch aussehen.
Deckenabsorber, Akustiksegel und Akustikbilder: Welche Lösung passt?
Die eine richtige Lösung für jede Kita gibt es nicht. Welche Variante passt, hängt vom Raum, vom Gebäudebestand, vom Ausgangsnachhall und vom gestalterischen Anspruch ab. Häufig führt eine Kombination zum besten Ergebnis.
Akustikwerke fertigt Schallabsorber in eigener Manufaktur in Köln. Als absorbierender Kern dient Naturholzfaser-Dämmung. Die Absorber werden projektspezifisch geplant, mit hochwirksamen Dämmstoffen der Absorberklasse A fachgerecht dimensioniert und präzise verarbeitet. Die folgenden drei Lösungen decken die typischen Anforderungen in Kitas ab.
Deckenabsorber für große wirksame Fläche
Deckenabsorber nutzen die größte freie Fläche im Raum. Im Gruppenraum sind die Wände durch Regale, Garderoben, Fenster und Kinderarbeiten belegt. An der Decke lässt sich die nötige Absorptionsfläche daher am besten unterbringen. Deckenabsorber wirken gleichmäßig im gesamten Raum und bleiben außerhalb der Reichweite spielender Kinder.
Die Deckenabsorber von Akustikwerke werden maßgeschneidert gefertigt und lassen sich in die Raumarchitektur integrieren. Den Kern bildet Naturholzfaser, ein nachwachsender Rohstoff. Das Material gilt als hochwertig, recycelbar und umweltverträglich. Welche Fläche belegt werden muss, ergibt sich aus der akustischen Berechnung für Ihren Raum.
Akustiksegel für flexible Nachrüstung
Akustiksegel sind frei im Raum angeordnete Absorber. Sie eignen sich besonders für Bestandsgebäude, in denen die Decke nicht baulich umgebaut werden soll oder kann. Anzahl, Größe und Anordnung lassen sich flexibel auf den Raum abstimmen, und spätere Ergänzungen sind möglich.
So lässt sich eine vorhandene Kita praxisnah akustisch verbessern, ohne den laufenden Betrieb länger als nötig zu stören. Wie bei allen Lösungen entscheidet die richtige Dimensionierung über die Wirkung. Akustikwerke begleitet Sie dabei von der Planung bis zur Montage.
Akustikbilder für Wirkung und Gestaltung
Akustikbilder verbinden Schallabsorption mit Gestaltung. Sie werden an der Wand angebracht und ergänzen die Deckenabsorber dort, wo zusätzliche Absorptionsfläche gebraucht wird. Zugleich prägen sie den Raum als sichtbares Gestaltungselement und wirken nicht wie ein technisches Bauteil.
Motive, Farben und Formate lassen sich auf das Raumkonzept und das pädagogische Profil der Einrichtung abstimmen. So entsteht ein Gruppenraum, in dem die Akustik zur Wohnlichkeit beiträgt und niemandem als Fremdkörper auffällt.

Organisatorische und pädagogische Maßnahmen ergänzen die Technik
Raumakustik allein löst nicht jedes Lärmproblem. Für die Auswahl von Maßnahmen gilt wie bei jeder Arbeitsschutzregel das TOP-Prinzip: erst technische, dann organisatorische, dann personenbezogene Maßnahmen. Zu den technischen Maßnahmen zählen raumakustisch wirksame Absorptionsflächen, Unterdecken und Wandabsorber. Auch Stellwände, Möbel und Raumtextilien gehören dazu. Wenn Sie den Schallschutz im Kindergarten selber machen möchten, können Sie bei diesen Elementen ansetzen. Die Zielwerte der Norm erreichen Sie damit allerdings meist nur in Kombination mit berechneten Absorbern.
Organisatorische und pädagogische Maßnahmen ergänzen die Technik sinnvoll. Dazu gehört, Bewegungs- und Ruheräume räumlich zu trennen und laute Spielphasen in separate Räume oder nach draußen zu verlagern. Bewegungs- und Ruhephasen lassen sich zeitlich staffeln. Ruhezeichen wie Handzeichen oder Lärmampeln helfen den Kindern, ihre Lautstärke selbst zu steuern. Mehrzweck- und Werkräume sollten nicht direkt neben Gruppenräumen liegen. Außerdem sollten alle Beschäftigten unterwiesen werden, wie sie möglichst leise arbeiten und unnötige Geräuschquellen wie ein laufendes Radio vermeiden.
Was kostet die Verbesserung der Raumakustik in der Kita?
Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht, und das hat gute Gründe. Der Aufwand richtet sich danach, wie viel wirksame Absorberfläche der konkrete Raum braucht. Ein Katalogpreis hilft hier nicht weiter. Maßgeblich sind Raumgröße, Nutzung, Ausgangslage, Elementtyp, Gestaltung, Montage und der gewünschte Nachweis.
Ein Gruppenraum mit hohem Ausgangsnachhall verlangt eine andere Lösung als ein bereits teilweise gedämpfter Raum. Auch die Wahl zwischen Deckenabsorbern, Akustiksegeln und Akustikbildern wirkt sich auf den Aufwand aus. Verlässliche Aussagen sind deshalb erst auf Basis von Messung, akustischer Berechnung und persönlicher Beratung möglich. Daraus entwickelt Akustikwerke eine projektspezifische Lösung, die Wirksamkeit, hochwertige Verarbeitung und Gestaltung zusammenbringt.
Fördermöglichkeiten für Akustikmaßnahmen in Kitas
Ein Förderprogramm ausschließlich für Raumakustik in Kitas gibt es nach aktuellem Recherchestand nicht. Akustik lässt sich aber als Teil von Sanierung, Umbau oder Ausstattung fördern. Der Bund finanziert von 2026 bis 2029 ein Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Förderung und Antragsverfahren regeln die Länder.
In Rheinland-Pfalz gilt: Um in Kitas Lärm effektiv und nachhaltig zu reduzieren, sind in erster Linie bau- und raumakustische Maßnahmen erforderlich. Als Praxisbeispiel nennt das Land die nachträgliche Schallschutzsanierung der Kita Heuergrund in Mainz-Hechtsheim. Dort lag der Fokus auf der Verbesserung der Raumakustik durch nachhaltige Akustikdecken. In Berlin können Träger über das Landesprogramm „Auf die Plätze, Kitas, los!“ in den Jahren 2026/2027 Sanierungsmaßnahmen zum Platzerhalt im Rahmen der Haushaltsmittel beantragen.
Beachten Sie: Das frühere Handlungsfeld „Verbesserung der räumlichen Gestaltung“ des Kita-Qualitätsgesetzes, unter das Akustikmaßnahmen direkt fielen, ist seit 2025 kein eigenes Pflicht-Förderfeld mehr. Ob eine Akustikmaßnahme förderfähig ist, hängt vom Bundesland, vom Träger und von kommunalen Programmen ab. Klären Sie die Förderfähigkeit am besten frühzeitig mit der zuständigen Stelle, bevor Sie eine Maßnahme beauftragen.
Fazit: In wenigen Schritten zu besserer Raumakustik in der Kita
- Ist-Zustand erfassen: Lassen Sie die Nachhallzeit im Gruppenraum nach DIN EN ISO 3382-2 messen, statt sich auf den Höreindruck zu verlassen.
- Zielwert bestimmen: Berechnen Sie die Soll-Nachhallzeit aus dem Raumvolumen nach DIN 18041 und ASR A3.7. Für Gruppenräume liegt sie je nach Volumen grob zwischen 0,4 und 0,55 s.
- Absorberfläche berechnen: Die Faustformel reicht nicht aus. Lassen Sie die fehlende Absorptionsfläche fachgerecht ermitteln.
- Lösung wählen: Deckenabsorber, Akustiksegel und Akustikbilder lassen sich je nach Raum und Gestaltungsanspruch kombinieren und gleichmäßig verteilen.
- Technik ergänzen: Organisatorische und pädagogische Maßnahmen wie Ruhezeichen und getrennte Bewegungsbereiche verstärken die Wirkung der Absorber.
- Förderung prüfen: Klären Sie vor der Umsetzung, ob Ihr Bundesland, Ihr Träger oder Ihre Kommune Akustik als Teil einer Sanierung unterstützt.
- Beratung nutzen: Akustikwerke begleitet Sie von Messung und Berechnung über die Planung bis zur Montage, mit maßgeschneiderten Lösungen aus der Kölner Manufaktur. Beispiele bereits umgesetzter Akustikkonzepte finden Sie in unseren Referenzprojekten.
- Zusammengefasst: Gute Raumakustik in der Kita entsteht, wenn Sie die Nachhallzeit messen, die Soll-Nachhallzeit nach DIN 18041 berechnen und genügend Absorberfläche fachgerecht planen. Organisatorische Maßnahmen verstärken die Wirkung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Soll-Nachhallzeit gilt nach DIN 18041 für einen Kita-Gruppenraum?
Die Soll-Nachhallzeit wird aus dem effektiven Raumvolumen berechnet. Gruppenräume gehören zur Raumgruppe A3 mit Tsoll = (0,32 × lg V/m³ − 0,17) s im besetzten Zustand. Je nach Volumen liegen die Werte grob zwischen 0,4 und 0,55 s. Ein Beispiel: Ein Gruppenraum mit 6 m × 7 m × 3 m kommt rechnerisch auf rund 0,5 s, einer mit 150 m³ auf 0,53 s. Die Werte beziehen sich auf die Oktavbänder von 250 Hz bis 2000 Hz. Zulässig ist eine Toleranz von ±20 %.
Worin unterscheiden sich die Raumgruppen A3 und A4 in der DIN 18041?
Gruppenräume und Räume für Sprachförderung ordnet die DIN 18041 der Raumgruppe A3 zu. Bei erhöhtem Anspruch an die Sprachverständlichkeit gilt die strengere Raumgruppe A4 („Unterricht/Kommunikation inklusiv“). Für A3 lautet die Formel Tsoll = (0,32 × lg V/m³ − 0,17) s, für A4 Tsoll = (0,26 × lg V/m³ − 0,14) s. Bei 150 m³ ergeben sich 0,53 s (A3) beziehungsweise 0,43 s (A4).
Welchen Höchstwert für den Hintergrundgeräuschpegel empfiehlt die ASR A3.7 für Gruppenräume?
Die ASR A3.7 „Lärm“ empfiehlt für Gruppenräume zusätzlich einen Höchstwert des Hintergrundgeräuschpegels von 35 dB(A).
Wie wird die Nachhallzeit im Gruppenraum nach DIN EN ISO 3382-2 gemessen?
Die DIN EN ISO 3382-2 beschreibt, wie die Nachhallzeit in gewöhnlichen Räumen gemessen und dokumentiert wird. Gemessen wird je Oktavband von 125 bis 4000 Hz. Es gibt zwei Verfahren: das abgeschaltete Rauschen, bei dem ein Lautsprecher den Raum mit breitbandigem Rauschen anregt, und die integrierte Impulsantwort, bei der man die Raumantwort aus einem definierten Anregungssignal berechnet. Verwendet werden ein omnidirektionaler Dodekaeder-Lautsprecher und ein Messmikrofon der Klasse 1. Vorgesehen sind mindestens zwei Quellpositionen und sechs Quelle-Mikrofon-Kombinationen. Das Signal muss mindestens 35 dB über dem Störpegel im jeweiligen Frequenzband liegen, für T30 sind es 45 dB. Ausgewertet wird als T20 oder T30 je Oktavband.
Welche Anforderungen gelten für Bewegungsräume und Spielflure in der Kita?
Bewegungsräume, Spielflure und Kinderrestaurants nennt die Norm als Beispiele für die Nutzungsart B5. Dafür gilt über das A/V-Verhältnis die Anforderung A/V ≥ 0,30 1/m. Die Werte sind für Raumhöhen bis 2,50 m angegeben. Bei 3 m Raumhöhe liegt der Wert für B5 bei 0,27 1/m.
Muss der Träger eine Gefährdungsbeurteilung Lärm durchführen, auch bei wenigen Beschäftigten?
Ja. Die Pflicht zur Beurteilung besteht unabhängig von der Zahl der Beschäftigten. Die Ermittlung gehört zur Gefährdungsbeurteilung nach § 3 der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Eine gesetzlich fest definierte Zeitspanne gibt es dafür nicht.
Wie viel Absorberfläche benötigt ein Gruppenraum, um die Zielnachhallzeit zu erreichen?
Das hängt vom Raum ab. Ein Beispiel: Ein Raum mit 8,0 × 6,5 × 3,0 m (52 m² Grundfläche, 156 m³) und einer Ausgangsnachhallzeit von 1,3 s hat rund 19,6 m² äquivalente Absorptionsfläche. Für die Zielnachhallzeit von 0,53 s wären 48,0 m² nötig, es fehlen also 28,4 m². Bei Absorberklasse A und einem angenommenen Absorptionsgrad von 0,95 entspricht das rund 30 m² Absorberfläche, also etwa 55 bis 60 % der Grundfläche. Eine Faustformel greift oft zu kurz, denn sie nennt rund ein Drittel der Grundfläche, also nur 17 m².
Woraus bestehen die Schallabsorber von Akustikwerke und wo werden sie gefertigt?
Akustikwerke fertigt Schallabsorber in eigener Manufaktur in Köln. Als absorbierender Kern dient Naturholzfaser-Dämmung, ein nachwachsender Rohstoff. Das Material gilt als hochwertig, recycelbar und umweltverträglich. Es handelt sich um Dämmstoffe der Absorberklasse A.
Was unterscheidet Deckenabsorber, Akustiksegel und Akustikbilder bei der Verbesserung der Raumakustik?
Deckenabsorber bieten eine große wirksame Fläche. Akustiksegel sind frei im Raum angeordnete Absorber und eignen sich für eine flexible Nachrüstung. Akustikbilder werden an der Wand angebracht und verbinden Wirkung mit Gestaltung. Alle drei fertigt Akustikwerke mit einem Kern aus Naturholzfaser.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Akustikmaßnahmen in Kitas?
Der Bund finanziert von 2026 bis 2029 ein Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Förderung und Antragsverfahren regeln die Länder. In Berlin können Träger über das Landesprogramm „Auf die Plätze, Kitas, los!“ in den Jahren 2026/2027 Sanierungsmaßnahmen zum Platzerhalt im Rahmen der Haushaltsmittel beantragen. Das frühere Handlungsfeld „Verbesserung der räumlichen Gestaltung“ des Kita-Qualitätsgesetzes, unter das Akustikmaßnahmen direkt fielen, ist seit 2025 kein eigenes Pflicht-Förderfeld mehr.
