Akustikpaneele im Restaurant: Was sie in der Gastronomie wirklich leisten

Akustikpaneele im Restaurant können Nachhall und Stimmengewirr deutlich reduzieren – wenn FlĂ€che, Aufbau und Positionierung zum Raum passen. Erfahren Sie, worauf Sie bei Akustikpaneelen fĂŒr die Gastronomie achten sollten, welche Fehler hĂ€ufig gemacht werden und wann eine professionelle Messung und Berechnung sinnvoll ist.

Akustikwerke Akustikbild zur Verbesserung der Raumakustik – dekorativer Schallabsorber fĂŒr Wohnraum und BĂŒro
Björn Federspiel - Diplom Ing. (FH)
Akustikwerke GmbH
Akustikpaneele im Restaurant: Was sie in der Gastronomie wirklich leisten

Akustikpaneele im Restaurant: Was sie in der Gastronomie wirklich leisten

Der Gastraum ist voll, die Stimmung ist gut, und trotzdem mĂŒssen Ihre GĂ€ste ĂŒber den Tisch hinweg rufen. Wer jetzt ĂŒber Akustikpaneele nachdenkt, will vor allem eines wissen: Was hilft wirklich, und was sieht nur gut aus?

Dieser Beitrag zeigt, wie Akustikpaneele im Restaurant wirken und welche Fehler bei Auswahl und Anbringung typisch sind. Dazu bekommen Sie Kriterien an die Hand, mit denen Sie prĂŒfen können, ob sich eine Lösung fĂŒr Ihren Raum lohnt.

Nicht behandelt werden der Schallschutz zwischen Wohneinheiten und baurechtliche LĂ€rmschutzfragen. DafĂŒr brauchen Sie andere Entscheidungen und andere Ansprechpartner.

So wird Ihr Gastraum wieder verstÀndlich

  • PrĂŒfen Sie Ihren Gastraum zuerst auf Nachhall: Liegt die Nachhallzeit ĂŒber 1,0 Sekunde, besteht Handlungsbedarf. Angestrebt werden 0,6 bis 0,9 Sekunden.
  • Gehen Sie der Ursache nach, statt einzelne laute Tische zu bekĂ€mpfen: Harte OberflĂ€chen wie Glas, Beton und Fliesen werfen Schall zurĂŒck und lösen dadurch den Lombard-Effekt aus.
  • Rechnen Sie mit einer deutlichen, aber realistischen Wirkung der Absorption: Jede Verdopplung der AbsorptionsflĂ€che senkt den Pegel um etwa 3 Dezibel. Absorption wirkt allerdings nur gegen Nachhall und hilft nicht gegen SchallĂŒbertragung zwischen RĂ€umen.
  • Verlangen Sie bei jedem Angebot fĂŒr Akustikpaneele im Restaurant den Absorptionsgrad (αw, Absorberklasse) sowie den Aufbau mit Kern und Hohlraum. Die Optik verrĂ€t nichts ĂŒber die Schallabsorption.
  • Vermeiden Sie die zwei hĂ€ufigsten Fehler: Kombinieren Sie Decke und Wand, und montieren Sie Paneele auf einer Unterkonstruktion mit Hohlraum statt direkt. Nur so wird Absorberklasse A erreicht.
  • Lassen Sie die benötigte AbsorptionsflĂ€che nach DIN 18041 per Messung vor Ort berechnen. Faustformeln und BauchgefĂŒhl fĂŒhren schnell in die Irre.
  • Planen Sie den Umbau abschnittsweise außerhalb Ihrer Öffnungszeiten und klĂ€ren Sie die steuerliche Einordnung vorab mit Ihrer Steuerberatung. FĂŒr die Erstberatung halten Sie Grundriss, Raumhöhe und Fotos bereit.

Schallschutz in der Gastronomie: Warum Restaurants zu laut werden

Dass ein Restaurant laut wird, liegt selten an einzelnen GĂ€sten. Meist verstĂ€rkt der Raum selbst den LĂ€rm. Zwei Mechanismen greifen dabei ineinander: eine Architektur, die Schall zurĂŒckwirft, und ein Verhalten, das den Pegel immer weiter nach oben treibt. Beide lassen sich verstehen und deshalb gezielt angehen. Weitere Lösungen speziell fĂŒr Restaurants, CafĂ©s und Bars finden Sie in unserem Bereich Raumakustik fĂŒr die Gastronomie.

Referenzprojekt Akustikwerke: Deckensegel bei Henne Weinbar Berlin – Schallabsorber fĂŒr optimale Raumakustik

Harte OberflÀchen und Lombard-Effekt als LÀrmtreiber

Sehen Sie sich Ihren Gastraum einmal mit dem Blick eines Akustikers an. Glas, Beton, Fliesen und Holztische ohne Tischdecken halten den Schall im Raum. Glas hat einen Schallabsorptionsgrad von nur etwa 0,03 und wirft deshalb fast den gesamten Schall zurĂŒck. Auch Sichtbeton, glatte PutzwĂ€nde, harte Böden und geschlossene Decken reflektieren stark.

Schallreflexion heißt: Schallwellen prallen an glatten FlĂ€chen ab. Sie laufen immer wieder durch den Raum, statt zu verklingen. Das Ergebnis ist Nachhall, der jedes GesprĂ€ch unter einem Teppich aus GerĂ€uschen begrĂ€bt.

Dann greift der Lombard-Effekt: Sobald das GrundgerĂ€usch steigt, sprechen Menschen automatisch lauter. Jeder Gast spricht so laut, dass sein GegenĂŒber ihn versteht, und zwar 10 bis 15 Dezibel ĂŒber dem GrundgerĂ€usch. Dadurch steigt das GrundgerĂ€usch weiter, und alle werden noch lauter. Es entsteht ein Teufelskreis.

FĂŒr Sie heißt das: Wer nur gegen einzelne laute Tische oder die Musik angeht, bekĂ€mpft ein Symptom. Entscheidend ist, wie viel Schall der Raum insgesamt schluckt. Genau dort setzen Absorber an.

Ab welchem Pegel GĂ€ste und Personal leiden

Als angenehm gelten Schallpegel zwischen 55 und 65 Dezibel. Ab etwa 70 Dezibel wird die VerstÀndigung am Tisch deutlich schwieriger.

Das Problem beginnt allerdings frĂŒher, als viele vermuten. Schon bei 45 dB(A) ist eine entspannte Unterhaltung erschwert, bei 50 dB(A) heben Betroffene die Stimme, bei 60 dB(A) mĂŒssen sie laut sprechen. Ab 55 dB(A) empfinden Menschen GerĂ€usche zunehmend als BelĂ€stigung. Liegt der Pegel ĂŒber dem angenehmen Niveau, fĂ€llt es GĂ€sten schwer, GesprĂ€che zu fĂŒhren oder die Servicekraft zu verstehen. Wer sich am LĂ€rm stört, bleibt oft kĂŒrzer und kommt seltener wieder.

Am stĂ€rksten trifft es Ihr Personal, denn es ist dem LĂ€rm tĂ€glich ĂŒber mehrere Stunden ausgesetzt. Mögliche Folgen sind belastete StimmbĂ€nder durch stĂ€ndiges lautes Sprechen, außerdem Stress, Kopfschmerzen, erhöhter Blutdruck und sinkende Arbeitsleistung. Arbeitsschutzrechtlich liegen die Auslösewerte bei einem Tages-LĂ€rmexpositionspegel von 80 dB(A) und 85 dB(A). Ab dem unteren Wert muss der Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen und Vorsorge anbieten. Ab dem oberen Wert gelten Tragepflicht und ein LĂ€rmminderungsprogramm.

Ein Gastraum, in dem sich Ihre GĂ€ste anschreien mĂŒssen, ist deshalb auch ein belastender Arbeitsplatz.

Wie Akustikpaneele im Restaurant wirken und wo ihre Grenzen liegen

Ein Akustikpaneel ist ein Bauteil mit messbarer Funktion. Ob es sie erfĂŒllt, entscheiden Kern, Aufbau und Dimensionierung. Genauso wichtig ist die Frage, was Absorption grundsĂ€tzlich leisten kann und wo sie endet.

Schallabsorption statt reiner Optik: Worauf es bei Paneelen ankommt

Ein Paneel kann schön aussehen und trotzdem kaum Schall schlucken. Entscheidend ist der Schallabsorptionsgrad α. Er gibt an, welcher Anteil des auftreffenden Schalls aufgenommen statt zurĂŒckgeworfen wird. Er reicht von 0 (Totalreflexion) bis 1,00 (Totalabsorption) und wird frequenzabhĂ€ngig angegeben.

Den bewerteten Wert αw weist man nach DIN EN ISO 11654 aus, gemessen wird im Hallraum nach DIN EN ISO 354. Zur groben Einordnung gibt es außerdem die Absorberklassen A bis E. Bitten Sie bei jedem Angebot um diese Kennwerte.

Die höchste Klasse A erreicht ein Paneel nur mit passender Unterkonstruktion und DĂ€mmung, also mit einem absorbierenden Kern. Bei Akustikwerke ĂŒbernimmt diese Aufgabe eine Naturholzfaser-DĂ€mmung. Die Schallabsorber entstehen in unserer Kölner Manufaktur, mit wirksamen DĂ€mmstoffen fĂŒr Absorberklasse A, und werden fachgerecht auf Ihren Raum dimensioniert. NatĂŒrliche, nachwachsende und recycelbare Rohstoffe gehören fest zum Konzept.

Die Optik bleibt trotzdem wichtig. Ein Gastraum soll AtmosphÀre haben, und die Paneele sollen zu Ihrer Architektur passen. Wirksamkeit und Gestaltung vertragen sich gut, wenn Sie beides von Anfang an gemeinsam planen.

Was Absorption leisten kann und was nicht

Zuerst die gute Nachricht: Absorption wirkt deutlich. Jede Verdopplung der AbsorptionsflĂ€che senkt den Pegel um etwa 3 Dezibel und bremst damit die LĂ€rmspirale. In einem Praxisbeispiel sank der Schallpegel bei vollem Betrieb von 82 auf 74 dB(A), also um 8 dB. Akustik-Absorber verringern den Nachhall und damit den GrundlĂ€rmpegel. Realistisch sind eine deutlich geringere LautstĂ€rke und eine spĂŒrbar bessere SprachverstĂ€ndlichkeit.

Die Grenzen sind ebenso klar. Einen Raum mit viel Glas, Beton und freier DeckenflĂ€che beruhigen Sie nicht mit einem Teppich oder ein paar Deko-Elementen. Solche Maßnahmen helfen, stoßen aber schnell an ihr Limit. Außerdem wirkt Absorption nur gegen Nachhall im Raum und nicht gegen SchallĂŒbertragung zwischen RĂ€umen.

Aus einem lauten Abend macht ein Paneel also keinen stillen. Es sorgt dafĂŒr, dass GesprĂ€che am Tisch bleiben. Genau das ist beim Schallschutz in der Gastronomie das Ziel: eine lebendige AtmosphĂ€re, in der sich Ihre GĂ€ste verstehen, ohne zu rufen.

Nachhallzeit und DIN 18041: Zielwerte fĂŒr Ihren Gastraum

Die Nachhallzeit gibt an, wie lange ein Schallpegel nach dem Ende der Schallquelle braucht, um um 60 Dezibel abzufallen. Als Praxiswert fĂŒr angenehme Gastronomieakustik gilt eine Nachhallzeit zwischen 0,6 und 0,9 Sekunden. Werte ĂŒber 1,0 Sekunde bedeuten Handlungsbedarf. Unbehandelte GastrĂ€ume liegen meist bei 1,5 Sekunden und mehr.

Maßgeblich ist die DIN 18041 „Hörsamkeit in RĂ€umen“. Sie ordnet GaststĂ€tten und Kantinen der Raumgruppe B3 zu. FĂŒr B3 gibt es keinen festen Nachhallzeit-Sollwert. Stattdessen gilt ein MindestverhĂ€ltnis von Ă€quivalenter AbsorptionsflĂ€che zu Raumvolumen (A/V). Es liegt bei mindestens 0,20 je Meter fĂŒr RĂ€ume bis 2,50 m Höhe und entspricht damit etwa 0,8 Sekunden. Bei höheren RĂ€umen sinkt der Mindestwert: bei 3 m Höhe auf 0,19, bei 4 m auf 0,17 und bei 5 m auf 0,16. Unbehandelte GastrĂ€ume erreichen oft nur einen A/V-Wert unter 0,10.

FĂŒr SpeisesĂ€le ĂŒber 50 mÂČ verlangt die Norm zusĂ€tzlich, dass 40 % der GrundflĂ€che mit hochabsorbierendem Material (α = 0,8 bis 1,0) belegt sind. Alternativ genĂŒgen 80 % mit α = 0,4 bis 0,75.

Welcher Wert fĂŒr Ihren Raum gilt, hĂ€ngt von Volumen, Deckenhöhe und Nutzung ab. Eine Faustformel ersetzt deshalb die Berechnung nicht, die wir auf Basis einer professionellen Akustikmessung vor Ort durchfĂŒhren.

Akustikwerke Akustikbild zur Verbesserung der Raumakustik – dekorativer Schallabsorber fĂŒr Wohnraum und BĂŒro

Typische Fehler bei Auswahl und Anbringung

Wenn Akustikprojekte enttÀuschen, liegt es meist an falschem Einsatz, selten an den Paneelen selbst. Zwei Fehler sehen wir in der Praxis besonders oft. Beide lassen sich bei sauberer Planung vermeiden.

Nur eine FlÀche behandeln: Decke, Wand und Problemzonen richtig kombinieren

Ein hĂ€ufiger Fehler ist die Konzentration auf nur eine FlĂ€che, obwohl der Raum mehrere Problemzonen hat. Der Impuls ist verstĂ€ndlich: Die Decke bietet die grĂ¶ĂŸte FlĂ€che fĂŒr Akustikelemente und schluckt ĂŒber alle Frequenzen hinweg viel Schall. Zudem nimmt sie keine NutzflĂ€che weg. Deshalb ist die Decke in RĂ€umen mit viel Kommunikation oft die wirksamste FlĂ€che.

Reine Deckenabsorption erreicht zwar oft den rechnerischen Zielwert, lĂ€sst aber Flatterechos zwischen parallelen WĂ€nden bestehen. Ein durchdachtes Konzept sieht deshalb AbsorberflĂ€chen in Deckenfeldern und an einer LĂ€ngswand vor. Ein Beispiel aus Ihrem Alltag: Stehen sich an den LĂ€ngsseiten eine Fensterfront und eine glatte Wand gegenĂŒber, pendelt der Schall dazwischen hin und her, selbst wenn die Decke gedĂ€mmt ist.

Sinnvoll ist es, Paneele dort zu montieren, wo der Schall besonders stark reflektiert wird, etwa gegenĂŒber großer Fenster oder an freien WandflĂ€chen. FĂŒr großflĂ€chige Deckenbereiche können beispielsweise auch Akustiksegel in das Gesamtkonzept eingebunden werden.

Genauso wichtig ist die Menge. Selbst gute Produkte verlieren an Wirkung, wenn sie falsch positioniert oder in zu geringer Anzahl eingebaut werden. Bei Akustikwerke fließen deshalb Messung, Berechnung und individuelle Planung zusammen, bevor ein einziges Paneel gefertigt wird.

Direkte Montage statt Unterkonstruktion mit Hohlraum

Der zweite Klassiker betrifft die Montage. Ein Paneel, das direkt auf die Wand geklebt oder verschraubt wird, hat keinen Hohlraum hinter sich. Deshalb bleibt die Wirkung begrenzt. In Herstellerangaben entspricht eine solche Direktmontage der Absorberklasse C. Erst eine Unterkonstruktion mit zusĂ€tzlicher DĂ€mmung fĂŒhrt zur höchsten Klasse A.

Der Grund ist physikalisch einfach: Der Absorptionsgrad steigt, wenn der Hohlraum dahinter grĂ¶ĂŸer oder zusĂ€tzlich gedĂ€mmt wird. Erst Paneel und passende Unterkonstruktion zusammen mindern störenden Nachhall ĂŒber alle Schallfrequenzen.

Auch Kleinigkeiten zĂ€hlen. Planen Sie zwischen Paneelen, WandanschlĂŒssen und angrenzenden Bauteilen eine Fuge von mindestens 5 mm ein, damit das Material arbeiten kann und saubere Kanten entstehen. Wer eine Winkelabdeckleiste nutzt, braucht mehr Abstand.

Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach dem Aufbau: Wie ist das Paneel befestigt, welcher Hohlraum steht dahinter, welcher Kern absorbiert? Bei unseren Absorbern ist das ein Naturholzfaser-Kern, abgestimmt auf Raum und Montagesituation.

Kosten, Montagedauer und Umbau im laufenden Betrieb

Vor jeder Entscheidung stehen drei praktische Fragen: Womit mĂŒssen Sie rechnen, wie lange dauert die Montage, und lĂ€sst sich der Umbau neben dem TagesgeschĂ€ft umsetzen? Die folgenden Abschnitte geben Ihnen dazu Orientierung.

Was die Kosten von Akustikpaneelen im Restaurant bestimmt

Eine pauschale Zahl pro Quadratmeter sagt fĂŒr Ihren Raum wenig aus, denn sie verrĂ€t nicht, ob die Paneele tatsĂ€chlich absorbieren. Hilfreicher ist es, die Faktoren zu kennen, die ein Projekt bestimmen.

FĂŒnf Faktoren beeinflussen die Kosten:

  1. Die erforderliche AbsorptionsflÀche. Sie ergibt sich aus Raumvolumen, Deckenhöhe und Nutzung, also aus der Berechnung nach DIN 18041.
  2. Material und Kernaufbau. Hochwertige Naturmaterialien und saubere Verarbeitung in ManufakturqualitĂ€t unterscheiden sich spĂŒrbar von Massenware.
  3. Unterkonstruktion und DĂ€mmung, denn der Aufbau mit Hohlraum entscheidet ĂŒber die Absorberklasse.
  4. Formate, OberflĂ€chen und Gestaltung. Maßgefertigte Lösungen, die sich in Ihre Architektur einfĂŒgen, sind individueller als Standardformate.
  5. Die Montage, etwa die ZugÀnglichkeit der Decke oder der Wandaufbau.

Bei Akustikwerke steht deshalb die Planung am Anfang und das Angebot danach. Auf Basis von Messung und Berechnung entsteht eine Lösung, die akustisch wirkt und optisch zu Ihrem Konzept passt. So wissen Sie, wofĂŒr Sie investieren, und vergleichen Äpfel mit Äpfeln, statt Optik mit Absorption.

Steuerliche Behandlung: Erhaltungsaufwand oder Investition

Akustikmaßnahmen sind steuerlich relevant, die konkrete Behandlung hĂ€ngt jedoch von der Einordnung ab. Entscheidend ist die Abgrenzung: Erhaltungsaufwand umfasst Maßnahmen, die ein GebĂ€ude instand halten oder modernisieren, ohne seine Struktur grundlegend zu verĂ€ndern. Solche Aufwendungen können Sie in der Regel sofort als Betriebsausgabe abziehen.

Herstellungskosten fallen an, wenn Maßnahmen ein GebĂ€ude erweitern oder wesentlich verbessern. Sie lassen sich nicht sofort geltend machen, sondern mĂŒssen ĂŒber die Absetzung fĂŒr Abnutzung (AfA) ĂŒber mehrere Jahre abgeschrieben werden. Bei GebĂ€uden sind das in der Regel zwischen 33 und 50 Jahren.

FĂŒr Unternehmer kommt bei betrieblich genutzten Objekten meist die AfA nach § 7 EStG in Betracht. Wird lediglich eine bestehende Anlage erneuert, handelt es sich regelmĂ€ĂŸig um Erhaltungsaufwand.

Ob Ihre Akustikmaßnahme als Erhaltung oder als Investition gilt, hĂ€ngt vom Einzelfall ab, etwa davon, ob Sie nur Paneele ergĂ€nzen oder den Raum baulich verĂ€ndern. KlĂ€ren Sie das bitte vorab mit Ihrer Steuerberatung. Wir liefern Ihnen gern eine nachvollziehbare Leistungsbeschreibung, die Ihrer Steuerberatung die Einordnung erleichtert.

Referenzprojekt Akustikwerke: Wandabsorber bei Stoi Restaurant MĂŒnchen – Schallabsorber fĂŒr optimale Raumakustik

Kriterien: Lohnt sich eine Akustiklösung fĂŒr Ihren Raum?

  • VerstĂ€ndlichkeit: MĂŒssen Ihre GĂ€ste die Stimme heben, um sich am Tisch zu verstehen? Schon ab etwa 50 dB(A) tun Menschen das, ab etwa 70 Dezibel wird die VerstĂ€ndigung deutlich schwieriger.
  • Nachhall: Liegt die Nachhallzeit ĂŒber 1,0 Sekunde, besteht nach Praxiswerten Handlungsbedarf. Angestrebt werden 0,6 bis 0,9 Sekunden.
  • OberflĂ€chen: Dominieren Glas, Beton, Fliesen oder glatte PutzwĂ€nde, hĂ€lt der Raum den Schall fest.
  • Personal: Klagt Ihr Team am Ende der Schicht ĂŒber Stimmbelastung, Kopfschmerzen oder Stress?
  • GĂ€ste: Bleiben GĂ€ste kĂŒrzer, als es zu Ihrem Konzept passt, oder sprechen sie den LĂ€rm an?
  • FlĂ€chen: Gibt es freie Decken- und WandflĂ€chen, auf denen Sie Absorber montieren können?
  • Aufbau: Sind Paneele mit Unterkonstruktion, Hohlraum und absorbierendem Kern möglich, statt nur Direktmontage?

Messung vor Ort und DIN-konforme Berechnung statt BauchgefĂŒhl

Ob ein Raum laut klingt, spĂŒrt jeder. Warum er so klingt und wie viel Absorption fehlt, lĂ€sst sich jedoch nur messen und berechnen. Die raumakustische Planung muss RaumgrĂ¶ĂŸe, vorgesehene Nutzung und akustische Anforderungen berĂŒcksichtigen.

Genau hier unterscheidet sich eine Planung fĂŒr den Schallschutz in der Gastronomie von der bloßen Auswahl nach Katalog. Wir messen die Nachhallzeit in Ihrem Gastraum, und zwar in dem Zustand, in dem Sie ihn betreiben. Anschließend berechnen wir die erforderliche AbsorptionsflĂ€che nach DIN 18041.

Daraus ergibt sich, wie viele Paneele nötig sind, wo sie am besten wirken und wie der Aufbau aussehen muss, damit Absorberklasse A erreicht wird. Danach fertigen wir die Lösung projektspezifisch und gestalten sie so, dass sie zu Ihrer Architektur passt.

Ihr Vorteil: Sie entscheiden auf Basis von Werten. Sie sehen, welcher Zielwert fĂŒr Ihren Raum gilt, welcher Anteil der FlĂ€chen behandelt werden sollte und welche Wirkung realistisch ist. So vermeiden Sie die beiden hĂ€ufigsten EnttĂ€uschungen: zu wenig FlĂ€che und ein Aufbau ohne Hohlraum. Ihr BauchgefĂŒhl ist ein guter Anlass fĂŒr die Messung, ersetzen kann es sie nicht.

Erstberatung: So gehen Sie den nÀchsten Schritt

Sie wissen jetzt, warum Ihr Gastraum laut ist, was Absorption leisten kann und welche Fehler Sie vermeiden sollten. Der nĂ€chste Schritt ist ein konkreter Blick auf Ihren Raum. In der Erstberatung besprechen wir mit Ihnen, wie sich Ihr Gastraum heute anhört und wo Ihre GĂ€ste und Ihr Team die LautstĂ€rke am stĂ€rksten spĂŒren. Außerdem klĂ€ren wir, welche Akustikpaneele fĂŒr Ihr Restaurant zu Ihrem Konzept passen.

Halten Sie dafĂŒr am besten Grundriss, Raumhöhe und ein paar Fotos bereit. Danach kann eine Messung vor Ort folgen, auf die eine DIN-konforme Berechnung aufbaut. Akustikwerke begleitet Sie von der Planung ĂŒber die Fertigung in unserer Kölner Manufaktur bis zur Montage. Einen Überblick ĂŒber Beratung, Planung, Berechnung und Umsetzung finden Sie unter unseren Leistungen.

Dabei achten wir auf die akustische Wirksamkeit und auf eine stimmige Integration in Ihre Architektur. Die Absorber haben einen Kern aus Naturholzfaser-DĂ€mmung und sind auf Langlebigkeit ausgelegt.

Schildern Sie uns Ihre Situation, wir hören zu. Gemeinsam mit Ihnen schaffen wir einen Gastraum, in dem man sich wieder versteht, ohne die Stimme zu heben. Beispiele bereits umgesetzter Gastronomieprojekte finden Sie in unseren Referenzprojekten.

Zusammenfassung: Harte OberflÀchen verlÀngern den Nachhall, und der Lombard-Effekt treibt den Pegel weiter nach oben. Akustikpaneele mit Hohlraum, absorbierendem Kern und berechneter FlÀche senken den LÀrm messbar, ersetzen aber keinen Schallschutz zwischen RÀumen.

HĂ€ufig gestellte Fragen

Ab welcher Nachhallzeit besteht in meinem Gastraum Handlungsbedarf, und welcher Zielwert ist realistisch?

Liegt die Nachhallzeit ĂŒber 1,0 Sekunde, besteht Handlungsbedarf. Als Zielwert fĂŒr angenehme Gastronomieakustik gelten 0,6 bis 0,9 Sekunden. Zum Vergleich: Unbehandelte GastrĂ€ume liegen meist bei 1,5 Sekunden und mehr.

Was verlangt die DIN 18041 fĂŒr GaststĂ€tten und Kantinen der Raumgruppe B3?

Die DIN 18041 „Hörsamkeit in RĂ€umen“ ordnet GaststĂ€tten und Kantinen der Raumgruppe B3 zu. FĂŒr B3 gibt es keinen festen Nachhallzeit-Sollwert. Stattdessen gilt ein Mindest-A/V-Wert von 0,20 je Meter fĂŒr RĂ€ume bis 2,50 m Höhe, was etwa 0,8 Sekunden entspricht. Bei höheren RĂ€umen sinkt der Mindestwert: bei 3 m Höhe auf 0,19, bei 4 m auf 0,17 und bei 5 m auf 0,16. Unbehandelte GastrĂ€ume erreichen oft nur einen A/V-Wert unter 0,10. FĂŒr SpeisesĂ€le ĂŒber 50 mÂČ verlangt die Norm zusĂ€tzlich, dass 40 % der GrundflĂ€che mit hochabsorbierendem Material (α = 0,8 bis 1,0) belegt sind. Alternativ genĂŒgen 80 % mit α = 0,4 bis 0,75.

Wie stark kann sich der Schallpegel im Restaurant durch Akustikpaneele senken lassen?

Jede Verdopplung der AbsorptionsflĂ€che senkt den Pegel um etwa 3 Dezibel. In einem Praxisbeispiel sank der Schallpegel bei vollem Betrieb von 82 auf 74 dB(A), also um 8 dB. Beachten Sie: Absorption wirkt nur gegen Nachhall im Raum, nicht gegen SchallĂŒbertragung zwischen RĂ€umen.

Warum reicht es nicht, nur die Decke mit Akustikpaneelen zu behandeln?

Reine Deckenabsorption erreicht zwar oft den rechnerischen Zielwert, lÀsst aber Flatterechos zwischen parallelen WÀnden bestehen. Ein durchdachtes Konzept sieht deshalb AbsorberflÀchen in Deckenfeldern und an einer LÀngswand vor.

Welche Absorberklasse erreichen Paneele bei direkter Montage, und was brauche ich fĂŒr Klasse A?

Eine Direktmontage entspricht in Herstellerangaben der Absorberklasse C. Die höchste Klasse A erreichen Sie erst mit einer Unterkonstruktion und zusÀtzlicher DÀmmung, also mit einem absorbierenden Kern.

Woraus besteht der Kern der Schallabsorber von Akustikwerke, und wo werden sie gefertigt?

Der Kern unserer Absorber besteht aus einer Naturholzfaser-DÀmmung. Gefertigt werden die Schallabsorber in unserer Kölner Manufaktur.

Welche Faktoren bestimmen die Kosten von Akustikpaneelen im Restaurant?

FĂŒnf Faktoren beeinflussen die Kosten: 1. die erforderliche AbsorptionsflĂ€che, 2. Material und Kernaufbau, 3. Unterkonstruktion und DĂ€mmung, 4. Formate, OberflĂ€chen und Gestaltung, 5. die Montage, etwa die ZugĂ€nglichkeit der Decke oder der Wandaufbau.

Kann ich Akustikmaßnahmen im Gastraum steuerlich sofort absetzen oder muss ich sie abschreiben?

Das hĂ€ngt von der Art der Aufwendungen ab. Erhaltungsaufwand können Sie in der Regel sofort als Betriebsausgabe abziehen. Herstellungskosten mĂŒssen dagegen ĂŒber die Absetzung fĂŒr Abnutzung (AfA) ĂŒber mehrere Jahre abgeschrieben werden. Bei GebĂ€uden sind das in der Regel zwischen 33 und 50 Jahren. FĂŒr Unternehmer kommt bei betrieblich genutzten Objekten meist die AfA nach § 7 EStG in Betracht.

Wie lÀuft die Messung der Nachhallzeit vor Ort und die Berechnung der AbsorptionsflÀche bei Akustikwerke ab?

Wir messen zunĂ€chst die Nachhallzeit in Ihrem Gastraum. Anschließend berechnen wir die erforderliche AbsorptionsflĂ€che nach DIN 18041.

Welche Unterlagen sollte ich fĂŒr die Erstberatung bereithalten?

Halten Sie am besten Grundriss, Raumhöhe und ein paar Fotos Ihres Gastraums bereit. Akustikwerke begleitet Sie dann von der Planung ĂŒber die Fertigung in unserer Kölner Manufaktur bis zur Montage.

ErzĂ€hlen Sie uns mehr ĂŒber Ihr Projekt

Uns liegt der persönliche Kontakt zu Ihnen, sowie eine gute Beratung und Planung sehr am Herzen. Wir verstehen uns als Partner, der Ihnen von Beginn an bis hin zur Umsetzung betreuend zur Seite steht.

Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin. Als IngenieurbĂŒro und Manufaktur ĂŒbernehmen wir Verantwortung fĂŒr Ihr Projekt.

Unsere Akustiklösungen basieren nicht auf SchÀtzungen, sondern auf fundierten Berechnungen nach DIN-Normen wie z.B. der DIN 18041 und den Vorgaben des Arbeitsschutzes.

Damit garantieren wir Ihnen Sicherheit im Projekt und Akustiklösungen, die funktionieren.

Björn Federspiel GeschĂ€ftsfĂŒhrer